Wie viel Trinkgeld gibt man?
Eine feste Regel gibt es nicht – die Höhe hängt vor allem von zwei Dingen ab: wo du bist und wofür du Trinkgeld gibst. In Deutschland sind im Restaurant 5–10 % üblich, im Café und im Taxi rundet man meist einfach auf. In vielen Nachbarländern ist der Service schon im Preis enthalten, dort ist Trinkgeld eine kleine Extra-Geste. Und in den USA gehören 15–20 % zum Restaurantbesuch selbstverständlich dazu.
Der Trinkgeldrechner oben berücksichtigt beides: Wählst du Land und Anlass, schlägt er dir landesübliche Werte vor und zeigt einen kurzen Hinweis zu den Gepflogenheiten vor Ort.
Wie berechnet man Trinkgeld?
Trinkgeld = Rechnungsbetrag × Prozentsatz ÷ 100. Ein Beispiel: Die Rechnung beträgt 48,50 € und du möchtest 10 % geben. 48,50 × 10 ÷ 100 = 4,85 € Trinkgeld, zusammen also 53,35 €. In der Praxis rundet man dann meist auf einen glatten Betrag auf, etwa 54 € oder 55 €.
Für das Kopfrechnen am Tisch helfen drei Faustregeln:
- 10 %: Komma um eine Stelle nach links verschieben – aus 48,50 € werden 4,85 €.
- 5 %: die Hälfte von 10 % – also rund 2,43 €.
- 15 % oder 20 %: 10 % plus die Hälfte davon bzw. 10 % verdoppelt.
Wie viel Prozent Trinkgeld sind üblich?
Die Spanne ist größer, als viele denken. Diese Werte gelten jeweils für guten Service im Restaurant:
| Wo | Üblich im Restaurant |
|---|---|
| Deutschland, Österreich | 5–10 %, meist aufgerundet |
| Frankreich, Schweiz, Niederlande | Service inklusive – aufrunden oder bis ca. 5–10 % |
| Kroatien, Griechenland, Türkei | etwa 10 %, gern bar |
| Großbritannien | 10–15 %, wenn keine Service Charge berechnet wurde |
| USA | 15–20 % vom Betrag vor Steuern |
Die Werte sind Richtwerte, keine Pflicht. Wie viel du gibst, entscheidest du – je nachdem, wie zufrieden du warst.
Trinkgeld im Restaurant
Im Restaurant ist Trinkgeld am selbstverständlichsten. In Deutschland lässt man es nicht auf dem Tisch liegen, sondern nennt beim Bezahlen einfach den Betrag, den man insgesamt zahlen möchte („Machen Sie 55“ oder „Stimmt so“). Im Ausland lohnt sich vorher ein Blick auf die Rechnung: Steht dort schon eine Servicegebühr, ist das Trinkgeld meist bereits abgedeckt. In den USA berechnet man das Trinkgeld auf den Betrag vor Steuern, bei größeren Gruppen schlagen viele Restaurants automatisch eine „Gratuity“ auf.
Trinkgeld im Hotel
Im Hotel gibt man feste Beträge statt Prozente. Wie hoch sie sind, hängt vom Land und vom Hotel ab:
- Zimmerreinigung: in Europa meist 1–3 € pro Nacht, in den USA 2–5 $. Am besten täglich mit einer kurzen Notiz, denn das Personal wechselt.
- Gepäckservice: 1–2 € bzw. 1–2 $ pro Gepäckstück.
- Zimmerservice: erst prüfen, ob schon eine Servicegebühr berechnet wurde. Wenn nicht, gilt das Gleiche wie im Restaurant.
- Concierge: für Wegbeschreibungen nichts, für eine schwierige Reservierung oder Tickets ein paar Euro.
Trinkgeld im Taxi
In Deutschland, Österreich und den meisten Ländern Südeuropas rundet man den Fahrpreis auf den nächsten Euro auf und gibt bei Hilfe mit dem Gepäck ein, zwei Euro mehr. Prozentuales Trinkgeld ist dagegen in den USA (15–20 %) und in Großbritannien (aufrunden oder 10–15 %) üblich. Bei Uber, Bolt und anderen Fahrdiensten gibst du das Trinkgeld nach der Fahrt in der App – freiwillig.
Trinkgeld für Touren und Reiseführer
Bei Stadtführungen und Ausflügen kommt es auf die Art der Tour an. Bei Gruppenführungen sind in Europa ein paar Euro pro Person üblich, private Guides bekommen oft rund 10 % des Preises. Bei Free Walking Tours ist das Trinkgeld die eigentliche Bezahlung des Guides, dort sind 10–15 € pro Person fair. Auf mehrtägigen Rundreisen sammelt die Gruppe häufig am Ende für Reiseleitung und Fahrer.
Trinkgeld bei Kartenzahlung
Mit Karte funktioniert Trinkgeld am besten, wenn du den Betrag vor dem Bezahlen nennst – dann tippt die Bedienung gleich die richtige Summe ins Terminal. Immer mehr Terminals zeigen außerdem eine Auswahl mit Prozentwerten an. Der Verbraucherzentrale Bundesverband stellt klar: Niemand ist verpflichtet, dort etwas auszuwählen. Im Ausland ist das unterschiedlich geregelt – in Kroatien und Griechenland geht Trinkgeld per Karte erst seit wenigen Jahren, in der Türkei gibst du es am besten bar. Nach der Zahlung lässt sich per Karte meist nichts mehr ergänzen.
Trinkgeld und Servicegebühr
Trinkgeld ist freiwillig und kommt zur Rechnung dazu. Eine Servicegebühr steht dagegen schon auf der Rechnung – etwa die „discretionary service charge“ in Großbritannien, der „Servizio“ in Italien oder die „Gratuity“ für größere Gruppen in den USA. Ist sie berechnet, musst du nichts zusätzlich geben. Nicht verwechseln solltest du sie mit Gedeckpreisen wie dem italienischen Coperto oder dem portugiesischen Couvert: Die bezahlen Brot und Gedeck, nicht den Service.
In Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden ist der Service ohnehin im Preis enthalten. Trinkgeld ist dort ein Dankeschön, kein Teil des Preises.
Rechnung und Trinkgeld auf mehrere Personen aufteilen
Gebt ihr in der Gruppe gemeinsam Trinkgeld, stell im Rechner einfach die Anzahl der Personen ein: Er zeigt dir sofort, wie viel jede Person inklusive Trinkgeld zahlt. Mit „Gesamtbetrag aufrunden“ wählst du einen glatten Betrag, Trinkgeld und Anteil pro Person passen sich automatisch an.
Hatte nicht jeder das Gleiche, wird es schnell unübersichtlich. Genau dafür gibt es Cashinator: Die App verteilt die Rechnung nach dem, was jeder hatte, und das Trinkgeld im gleichen Verhältnis. Mehr dazu unter Rechnungen aufteilen.
Trinkgeld im Ausland
Was in Deutschland höflich ist, kann anderswo knauserig oder übertrieben wirken. In den USA sind 10 % zu wenig, in Frankreich ist schon das Wechselgeld eine nette Geste. Für 13 beliebte Reiseländer findest du hier eigene Seiten mit Rechner, Beispielen und Tipps für Restaurant, Café, Taxi, Hotel und Touren:
- Deutschland
- Frankreich
- Spanien
- Italien
- Österreich
- Türkei
- Griechenland
- USA
- Großbritannien
- Niederlande
- Kroatien
- Portugal
- Schweiz
Quellen
Stand der Recherche: . Grundlage sind offizielle Tourismusseiten, Gesetze und Behörden, Verbraucherorganisationen sowie etablierte Reiseführer und Medien. Trinkgeld bleibt freiwillig – alle Angaben sind Richtwerte. Die Quellen zu den einzelnen Ländern findest du auf den jeweiligen Länderseiten.
- Emily Post Institute: General Tipping Guide emilypost.com
- Emily Post Institute: Trinkgeld auf Reisen emilypost.substack.com
- Consumer Reports: Richtig Trinkgeld geben consumerreports.org
- AFAR: Trinkgeld für Housekeeping, Valet und Co. afar.com
- Trafalgar: Trinkgeld auf Rundreisen trafalgar.com
- Visit London (offizielles Tourismusportal): Trinkgeld in London visitlondon.com
- Which?: Ratgeber Trinkgeld, inkl. freiwilliger Service Charge which.co.uk
- berlin.de (offizielles Hauptstadtportal): Trinkgeld in Berlin berlin.de
- Preisangabenverordnung, § 13: Bedienungsgeld ist im Preis enthalten gesetze-im-internet.de
- Verbraucherzentrale Bundesverband: Niemand ist verpflichtet, bei der Kartenzahlung Trinkgeld zu geben vzbv.de
- Légifrance: Arrêté du 27 mars 1987 zur Preisangabe in der Gastronomie („prix service compris“) legifrance.gouv.fr
- KHN (niederländischer Gastronomieverband): Trinkgeld ist immer freiwillig khn.nl