Restaurant: erst die Service Charge suchen
Das Wichtigste zuerst: Viele britische Restaurants, vor allem in London, setzen eine Service Charge direkt auf die Rechnung – meist 12,5 %, in manchen Londoner Restaurants inzwischen 15 %. Dann ist das Trinkgeld schon enthalten, und du musst nichts dazugeben. Steht keine Service Charge auf der Rechnung, sind 10–15 % üblich – so empfiehlt es auch das offizielle Londoner Tourismusportal Visit London.
Eine als „discretionary“ oder „optional“ gekennzeichnete Service Charge ist freiwillig. Warst du mit dem Service unzufrieden, kannst du sie von der Rechnung nehmen lassen.
Seit Oktober 2024 gilt in England, Schottland und Wales ein neues Gesetz: Arbeitgeber müssen Trinkgelder und Service Charges vollständig an die Beschäftigten weitergeben – ohne Abzüge, auch nicht für Kartengebühren. Manche Restaurants berechnen außerdem einen Gedeckpreis („cover charge“). Der ist kein Trinkgeld.
Pub und Café
Im Pub bestellt und zahlt man an der Theke – und gibt kein Trinkgeld. Wer dem Barkeeper trotzdem danken möchte, sagt beim Bestellen „… and one for yourself“ und bezahlt ihm ein Getränk mit. Im Gastro-Pub oder Café mit Tischservice gilt dagegen: aufrunden oder etwa 10 %, sofern keine Service Charge berechnet wurde. Am Tresen im Café erwartet niemand etwas.
Taxi, Uber und Bolt
In Londons Black Cabs rundet man auf das nächste Pfund auf oder gibt 10–15 %. Bei einer langen Fahrt mit viel Gepäck sind auch ein paar Pfund mehr angemessen. Bei Uber und Bolt ist Trinkgeld freiwillig und läuft über die App.
Hotel
- Kofferträger: etwa 1–2 £ pro Gepäckstück.
- Zimmerreinigung: wird nicht erwartet, 1–2 £ pro Nacht sind eine nette Geste.
- Concierge: 5–10 £ für besondere Hilfe, etwa Theaterkarten.
- Zimmerservice: auf eine Service Charge achten.
Stadtführungen
Bei Gruppentouren durch London, Edinburgh oder Oxford sind 5–10 £ pro Person ein übliches, freiwilliges Trinkgeld. Offizielle Blue-Badge-Guides verlangen hohe Honorare – Trinkgeld gibt man dort nur für außergewöhnlichen Service. Bei Free Walking Tours ist das Trinkgeld die Bezahlung, meist 5–20 £ pro Person.
Trinkgeld mit Karte
Im Restaurant kommt das Kartenterminal meist an den Tisch und fragt vor dem Bezahlen nach einem Trinkgeld. Steht schon eine Service Charge auf der Rechnung, überspringst du diesen Schritt einfach. Trinkgeld per Karte kommt dank des neuen Gesetzes vollständig beim Personal an.
Rechenbeispiel: Abendessen in London
Rechnung über 84,00 £ für zwei Personen:
| Fall | Trinkgeld | Gesamt | Pro Person |
|---|---|---|---|
| 12,5 % Service Charge schon berechnet | 10,50 £ | 94,50 £ | 47,25 £ |
| Keine Service Charge, 10 % | 8,40 £ | 92,40 £ | 46,20 £ |
| Keine Service Charge, 15 % | 12,60 £ | 96,60 £ | 48,30 £ |
Steht schon eine Service Charge auf der Rechnung, stellst du im Rechner oben den Prozentsatz einfach auf 0. Der Rechner zeigt dir außerdem ungefähr, was die Pfund-Beträge in Euro sind. Weiter nach Frankreich? Dort ist der Service sogar gesetzlich im Preis enthalten.
Quellen
Stand der Recherche: . Grundlage sind offizielle Tourismusseiten, Gesetze und Behörden, Verbraucherorganisationen sowie etablierte Reiseführer und Medien. Trinkgeld bleibt freiwillig – alle Angaben sind Richtwerte.
- Visit London (offizielles Tourismusportal): Trinkgeld in London visitlondon.com
- GOV.UK: Neues Trinkgeld-Gesetz seit Oktober 2024 gov.uk
- Acas: Trinkgeld und Service Charges acas.org.uk
- Which?: Ratgeber Trinkgeld, inkl. freiwilliger Service Charge which.co.uk
- Time Out London: 15 % Service Charge in Londoner Restaurants timeout.com