Trinkgeld im Restaurant
Die spanische Trinkgeldkultur ist entspannt. Der Service ist im Preis enthalten, und die propina ist eine freiwillige Anerkennung – keine Erwartung. Eine Umfrage der Restaurant-Plattform TheFork aus dem Jahr 2026 zeigt, wie unterschiedlich die Spanier selbst das handhaben: Nur jeder Vierte gibt immer Trinkgeld, und von denen, die etwas geben, lassen die meisten weniger als 5 % da.
- Menú del día und einfache Lokale: ein paar Münzen oder aufrunden.
- Gutes Restaurant, aufmerksamer Service: 5–10 %.
Als Tourist kannst du dich an diesen Werten orientieren. Mit 5 % in einem guten Restaurant liegst du bereits über dem, was viele Einheimische geben.
Tapas-Bar und Café
Für den café con leche an der Theke gibt in Spanien kaum jemand Trinkgeld. Bei Tapas und Getränken am Tisch lässt man ein paar Münzen auf dem Tellerchen mit der Rechnung liegen oder rundet auf – aus 18,60 € werden 20 €.
Taxi, Uber, Cabify und Bolt
Im Taxi rundet man auf den nächsten Euro auf. Lädt der Fahrer schwere Koffer ein und aus, sind ein paar Euro extra eine nette Geste. Bei Uber, Cabify oder Bolt ist Trinkgeld freiwillig und wird in der App gegeben.
Hotel
- Kofferträger: 1–2 € pro Gepäckstück, insgesamt selten mehr als 5 €.
- Zimmerreinigung: 1–2 € pro Nacht als nette Geste.
- Concierge: 5–10 €, wenn er dir wirklich weitergeholfen hat.
Touren und Free Walking Tours
Free Walking Tours sind in Madrid, Barcelona, Sevilla oder Granada sehr verbreitet. Der Guide wird nur über das Trinkgeld bezahlt, 5–10 € pro Person sind für eine gute Tour fair. Bei bezahlten Gruppenführungen sind 3–5 € pro Person üblich, private Guides bekommen etwa 10–15 € für einen halben und 15–25 € für einen ganzen Tag.
Trinkgeld mit Karte
Kartenterminals („datáfonos“) schlagen in Spanien immer öfter Trinkgeld vor, meist 5, 10 oder 15 %. Das ist freiwillig, und viele Spanier empfinden die Vorschläge als unangebracht. Wer sicher sein will, dass das Geld bei der Bedienung ankommt, lässt das Trinkgeld bar da.
Servicegebühr und Zuschläge
Einen separaten Aufschlag für Service oder Gedeck („cubierto“) halten die Verbraucherorganisation OCU und regionale Verbraucherbehörden für unzulässig, da der Service im Preis enthalten sein muss. Erlaubt sind angekündigte Posten wie Brot, Oliven oder ein Terrassenzuschlag – wenn sie vorher auf der Karte stehen. Steht eine verpflichtende „propina“ auf der Rechnung, musst du sie nicht zahlen.
Nützliche Sätze: „La cuenta, por favor“ (Die Rechnung, bitte) und „Quédese con el cambio“ (Behalten Sie das Wechselgeld).
Rechenbeispiel: Tapas-Abend in Sevilla
Drei Personen, Rechnung über 38,60 €:
| Trinkgeld | Betrag | Gesamt | Pro Person |
|---|---|---|---|
| Aufrunden | 1,40 € | 40,00 € | 13,33 € |
| 5 % | 1,93 € | 40,53 € | 13,51 € |
| 10 % | 3,86 € | 42,46 € | 14,15 € |
Die meisten würden hier auf 40 € aufrunden. Weiter nach Portugal? Dort ist es ähnlich entspannt – mit einer Besonderheit auf dem Tisch, dem Couvert.
Quellen
Stand der Recherche: . Grundlage sind offizielle Tourismusseiten, Gesetze und Behörden, Verbraucherorganisationen sowie etablierte Reiseführer und Medien. Trinkgeld bleibt freiwillig – alle Angaben sind Richtwerte.
- spain.info (offizielle Tourismusseite): Währung, Bezahlen und Trinkgeld spain.info
- OCU (spanische Verbraucherorganisation): unzulässige Praktiken in der Gastronomie ocu.org
- Consumo Responde (Junta de Andalucía): unzulässige Zuschläge im Restaurant consumoresponde.es
- AFAR: Trinkgeld in Spanien afar.com
- Infobae: TheFork-Umfrage zum Trinkgeld in Spanien (2026) infobae.com